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Angst um die Existenz – Ägypten, ein Urlaubsland ohne Touristen
22.02.2011 14:10 Uhr
Anfang März fliegen die großen deutschen Fluglinien wieder die Urlaubsgebiete in Ägypten an. Nach den Protesten, die am 25. Januar begannen und dem Rücktritt Mubaraks am 11. März, scheint das Land wieder sicher – doch wie sieht es da tatsächlich jetzt aus? Dass die Urlauber wieder kommen, das hoffen viele Einheimische nicht nur, sind davon abhängig. Ein Beitrag über ein Land in dem es derzeit alles andere als still, aber dafür ziemlich ruhig ist.
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Anmoderation:
Anfang März fliegen die großen deutschen Fluglinien wieder die Urlaubsgebiete in Ägypten an. Nach den Protesten, die am 25. Januar begannen und dem Rücktritt Mubaraks am 11. März, scheint das Land wieder sicher. Und, dass die Urlauber wieder kommen, das hoffen viele Einheimische nicht nur, sind davon abhängig. Tim Sauerwein  über ein Land in dem es derzeit alles andere als still, aber dafür ziemlich ruhig ist.
Text:
„Ägypten gehört wieder den Ägyptern“, so hört man die Freudengesänge in Cairo. Im 900 Kilometer entfernten Luxor sieht man das genauso, wenn das Bild hier auch ein anderes ist. Statt stolz die Nationalfahnen zu schwingen, schaut sich der Ägypter hier lieber das berühmte Tal der Könige oder all die anderen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten an, die hier seit tausenden von Jahren stehen. Denn wann hat man als Einheimischer schließlich sonst die Zeit dazu, hier einmal ganz allein zu sein. Doch traumhaft ist anders, sagt Abdul, der hier normalerweise Touristen im Zweistundentakt durchführt.
O-Ton
Und tatsächlich, auf dem etwa fünf Fußballfelder großen Parkplatz vor dem etwa 4.500 Jahre alten Karnak-Tempel steht nur ein einziges Taxi und das gehört uns. Und auch an den Pyramiden von Gizeh – normalerweise ein Publikumsmagnet - ist kein einziger Tourist zu sehen. Einsam sitzen die Kamelführer im Sand und hoffen darauf, dass vielleicht doch noch einer kommt. Reiseführer Ali hat so etwas noch nicht erlebt.
O-Ton
Wie schlimm das tatsächlich für viele ist, wird uns auf unserer Reise klar. Für ein Souvenirgeschäft muss der Händler beispielsweise oftmals über 1.000 Euro Miete zahlen – die sind hier um ein Vielfaches mehr wert als bei uns – doch wo keine Besucher, da niemand, der ein Souvenir haben möchte. Angestellte im Hotel verdienen größtenteils nur einen Minimallohn, das Trinkgeld schafft die Basis zum Leben – eine Basis, die derzeit nicht mehr gegeben ist. Gerda Dinges ist vor fünf Jahren nach Luxor ausgewandert, sie betreibt mit ihrem Mann „Gerda´s German Restaurant“ – Frikadellen mit Kartoffelsalat orientalisch – nur ein Highlight auf der Speisekarte. Doch auch bei Gerda bleiben die Tische derzeit leer. Und auch wenn sie vorgesorgt hat, beobachtet sie die Angst der anderen.
O-Ton
Das steht außer Frage, doch wie sieht es mit der Sicherheit aus? Kann sich der Urlauber nach wenigen Wochen der Unruhen bereits jetzt schon wieder beruhigt auf nach Ägypten machen? Jeder Ägypter den wir fragen, antwortet auf diese Frage natürlich mit einem Ja. Kein Wunder sagen wir, denn schließlich sind Touristen hier gern gesehen – sie sorgen bei vielen für den Lebensunterhalt. Amr Elezabi ist in der Führungsposition sämtlicher Fremdenverkehrsämter Ägyptens – er antwortet so:
O-Ton
„Es ist sehr einfach diese Frage zu beantworten. Die Deutsche Botschaft selbst hat die Reisewarnmeldungen zurückgenommen und das bedeutet, dass es hier im Land ganz bestimmt sicher  ist“.
Ein anderes Gefühl hatten wir übrigens bei unserer Reise auch nicht. Im Gegenteil, trotz schwieriger Zeiten in der Tourismusbranche, hatte man überall ein freundliches Lächeln für uns übrig, jeder wollte sich um einen kümmern, fast so, als hätte man überall Beschützer. Man darf im Übrigen auch nicht vergessen, dass es bei den Unruhen nie um Touristen ging, sondern „nur“ um das eigene Land – natürlich in Anführungsstrichen gesprochen, sagt Ramadan Attia. Als Geschäftsführer des Reiseunternehmens Classic Tours, sorgt er von den Büros in Hamburg, Kairo, Luxor, Hurghada und Sham el Sheikh dafür, dass der Kunde das bekommt, was er möchte – im Land der Pharaonen soll sich der Gast schließlich wie ein König fühlen.
O-Ton
Und tatsächlich – eine Handvoll Touristen treffen wir dann doch noch – darunter Victoria und Andrew aus Australien.
O-Ton
„Wir fühlen uns gut, wir haben einen großartigen Reiseleiter, ein sicheres Hotel –wir sind sehr froh jetzt hier zu sein, Dur merkst richtig die positive Energie“.
Die Ägypter dürfen also zurecht darauf hoffen, dass die Sympathiewelle, die Ihnen in der Protestphase entgegengebracht wurde, sich bald im Tourismus widerspiegelt.

Tim Sauerwein, Luxor


O-Ton:
Autor:
Tim Sauerwein
Länge:
4:20 min
 
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