Hirnforscher gegen digitale Medien in Kinder- und Klassenzimmern: „Computer sind keine Lerngeräte, sondern Lernverhinderungsgeräte“
26.11.2014 20:45 Uhr
Selbst die Kleinsten wischen heute schon intuitiv über das Tablet, es gibt unzählige "Beschäftigungs-Apps", E-Books und Webseiten für Kinder und auch in der Grundschule halten Computer mittlerweile Einzug. Dem Hirnforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, treibt diese Entwicklung die Zornesröte ins Gesicht. Beim Psychiater- und Psychotherapeutenkongress DGPPN in Berlin (26.-29.11.2014) haben wir ihn befragt. In dem vorliegenden O-Ton-Paket erklärt er, warum E-Books, Tablets, Smartphones & Co. Kindern seiner Meinung nach schaden und in welchem Alter Jugendliche eigentlich erst bereit für digitale Medien sind.
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Prof. Spitzer antwortete auf folgende Fragen:

1. Wie wollen vor allem Eltern von Kindern und Jugendlichen vor den digitalen Medien warnen. Warum sind junge Menschen mehr gefährdet als ältere?

2. Warum ist das so?

3. Aber es gibt doch auch jede Menge Anwendungen, Computerspiele, Apps usw., bei denen damit geworben wird, dass Sie für Kinder geeignet sind?!

4. Andererseits können selbst Kleinkinder doch durchaus mit der neuen Technik umgehen und lernen zum Beispiel schnell, dass man ein Tablet mit Fingerwischen bedienen kann?!

5. Gibt es dafür auch Belege?

6. Manche sagen stolz, dass sie "multitaskingfähig" seien. Sie halten nichts davon und sagen sogar, keiner könne Multitasking. Warum nicht?

7. Nochmal zu den Kindern. Früher konnten die zum Beispiel nur über den Esel lesen. Heute können sie in E-Books dazu noch ein Video ansehen und die Laute des Esels hören. Das ist doch gut?! Oder welchen Effekt haben digitale Medien Ihrer Meinung nach hier?

8. Warum?

9. Aber wir alle kommunizieren heute per Internet und mit Smartphones und Tablets. Würden wir unseren Kindern nicht helfen, wenn wir Sie da frühzeitig ranführen?

10. Sollten unsere Kinder also lieber wieder mit Kreide auf Schiefertafeln schreiben?

11. Also auch lieber schreiben als tippen?

12. Sie sagen, dass man schon in der Jugend die Weichen stellen kann für ein geringeres Demenz-Risiko im Alter. Erklären Sie bitte...

13. Kann man es so auf den Punkt bringen: Sie sind gegen alles was flimmert?

14. Was sind die Alternativen zu Bildschirmmedien? Einfach hinsetzen und mit dem Kind spielen?

15. Und das ist auch schlecht für das Gehirn?

16. Also ein soziales Netzwerk ist nicht sozial?

17. Wann ist man denn Ihrer Meinung nach bereit für digitale Medien?


Direct quote
Name:
Prof. Dr. Manfred Spitzer
Company:
Psychiatrische Universitätsklinik Ulm
Function:
Ärztlicher Direktor
ZIP:
89075
City:
Ulm
www:
Author:
Thomas Ultsch
Length:
9.20 min (17 Antworten)
 

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